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19.01.2012
Kartellamtsbericht: Milchindustrie zur Sektoruntersuchung Milch

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Kann der Ernährungsgipfel die Milchpreise verbessern ?
- Milchindustrie: Politische Weichenstellungen und Marktmechanismen zeigen Wirkung
Berlin, 27.04.2009 - Beim "Ernährungsgipfel" von Agrarministerin Ilse Aigner soll mit mehr als 100 Experten über die Lage am deutschen Nahrungsmittelmarkt und Lösungswege für die Krise im Ernährungssektor beraten werden. Besondere Bedeutung wird hierbei sicherlich dem Milchmarkt zukommen.

Der Milchindustrie-Verband e.V. (MIV) weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass alle Agrarsektoren die Auswirkungen der verschiedenen Stufen der Agrarmarktreformen spüren. Brüssel verlässt konsequent den planwirtschaftlichen Pfad der Angebotssteuerung bzw. Marktverwaltung und unterstützt die ländlichen Räume mit produktionsunabhängigen Ausgleichszahlungen. Wunsch und Ziel der Väter der Agrarreformen ist es, auch den Milchmarkt zu liberalisieren und die Milchquote abzuschaffen. Dies geschieht europaweit und wird von den fast allen EU-Mitgliedstaaten befürwortet. Auch Deutschland stimmte diesem Vorhaben zu, zuletzt im November 2008. In Zukunft werden dadurch die Kräfte von Angebot und Nachfrage stärker wirken. Sinkt der Milchpreis, werden Landwirte aussteigen, steigt der Preis, wird mehr produziert. Andere Länder machen das vor, ein Blick in die USA oder Ozeanien bestätigt dies. Der damit auch in Deutschland einhergehende Strukturwandel ist fest vorgezeichnet und trifft Molkereien mit deren Beschäftigten und Milcherzeuger gleichermaßen.

Insbesondere der Milchmarkt leidet nach dem Hoch in 2007/2008 aktuell unter Preisen auf Weltmarktniveau. Die derzeitigen Stützungsmaßnahmen der EU-Kommission wie Interventionsankäufe oder Exporterstattungen bewirken bislang zwar keine Trendumkehr, konnten jedoch die Talfahrt auf niedrigem Niveau stoppen. Wenn sich hieran nichts ändert, werden viele Landwirte die Milchproduktion aufgeben müssen, bis sich ein neues Marktgleichgewicht mit besseren Preisen einstellt.

Wer nun eine Angebotssteuerung national fordert, muss dies mit der Landwirtschaft vereinbaren. Es liegt in den Händen der Milcherzeuger, wie viel Milch produziert wird. Milchmengenregelung kann in einem freien Europa allerdings nur europaweit realisiert werden, wenn sie preisstützend wirken soll. Dabei darf nicht vernachlässigt werden, dass die EU ein Nettoexporteur von Milcherzeugnissen ist. Wenn die Milcherzeuger eine Mengensteuerung in "eigener Hand" organisieren wollen, müssen folgerichtig ca. 15-20 % der Milch aus der Produktion verschwinden und dies europaweit. Ob die Mehrzahl der europäischen Milchviehhalter das möchte, erscheint bei derzeitiger Meinungslage mehr als fraglich.

Die Milcherzeuger sollten ihre Kräfte bündeln und unter sich eine einheitliche Meinungsbildung auf europäischer Ebene betreiben. Eine Aufsplitterung in verschiedene Interessensgruppen bringt wenig. Die Lage ist zu ernst, als dass man sich in Lagerkämpfen verzettelt.

Auch die Molkereien werden innerhalb des vorgegeben Rahmens von Politik und Markt weiterhin für die bestmögliche Vermarktung der Milch sorgen. Innovation, Effizienzsteigerung und Marktausrichtung bleiben die primären Ziele der Milchindustrie. Das Exportgeschäft muss gepflegt und ausgebaut werden. Hierzu bedarf es der tatkräftigen Unterstützung der Politik, wobei in Deutschland im Vergleich zu den wichtigsten Wettbewerbern aus Sicht des MIV noch Nachholbedarf besteht.

Wenn der "Gipfel" zu ähnlichen Ergebnissen und deren Umsetzung kommt, ist auch nach Ansicht des Milchindustrie Verbandes die Zukunft von Milchproduktion und –verarbeitung in Deutschland trotz der schmerzhaften Anpassungsprozesse langfristig positiv.



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Der Milchindustrie-Verband e.V. (MIV) repräsentiert mehr als 100 leistungsstarke, mittelständische Unternehmen. Diese stellen mit einem Jahresumsatz von rund 22 Milliarden Euro den größten Bereich der deutschen Ernährungsindustrie dar.
Weitergehende Informationen sind auch unter www.meine-milch.de zu finden.

Kontakt:
Milchindustrie-Verband e.V.

Michael Brandl
Jägerstrasse 51
Tel: 030 4030445-31
Fax: 030 4030445-57
Mobil: 0171-7337445
Mail: michael.brandl@milchindustrie.de
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Wie erwartet hat der Milchmarkt zum Jahreswechsel etwas geschwächelt