0
English
Fakten, Daten und Zahlen
0
Schulmilchversorgung in Deutschland
Die flächendeckende Versorgung mit beihilfegestützter Milch an deutschen Schulen ist noch nicht gewährleistet. Um knapp 70 Prozent ist der Absatz seit 1993 im Durchschnitt zurückgegangen. Jedoch ist davon auszugehen, dass aufgrund der komplizierten Verwaltungsverfahren auch Milch und Milchprodukte ohne die Inanspruchnahme von Beihilfe an deutschen Schulen konsumiert wird.

Eine bedarfsgerechte, gesunde Ernährung von Kindern und Jugendlichen während der Schulstunden mit geeigneten Getränken – und insbesondere einer ausreichenden Calciumversorgung – ist durch fundamental veränderte Ernährungsgewohnheiten heute leider nicht mehr gewährleistet.

Schulmilch wichtig für die Kids
Im Schuljahr 2008/2009 wurden 36,7 Mio. Kilogramm beihilfegestützte Schulmilchgetränke an 845.156 regelmäßig trinkende Kinder abgegeben. Die Zahlungen hierfür aus Brüssel betrugen ca. 7,2 Mio. Euro. Im Schuljahr 1994/95 betrug der Absatz noch rund 100 Mio. Kilogramm. Eine Entwicklung, die nicht nur von Ernährungswissenschaftlern als bedenklich eingestuft wird.

Schulmilch hat in Deutschland gegenüber anderen europäischen Ländern bisher nur eine geringe Markbedeutung. Die Ausnutzung der maximal für Deutschland förderfähigen Milchmenge im europäischen Schulmilchprogramm betrug 2008/2009 lediglich 5,2 Prozent. Damit gehen nur 9,6 Prozent der europäischen Förderung nach Deutschland. Für das laufende Jahr 2010 ist die Schulmilchbeihilfe nochmals um 2 Mio. Euro auf 76 Mio. Euro angehoben worden. Im Haushaltsentwurf für 2011 sind sogar 80 Mio. Euro von 104 Mio. Euro der marktbezogenen Maßnahmen im Sektor Milch und Milcherzeugnisse für die Schulmilchbeihilfe geplant.

Durch den Verbrauchsrückgang werden die zu liefernden Mengen je Einrichtung immer geringer. Dies führte in einigen Teilen des Bundesgebietes dazu, dass sich die Belieferung von Schulen und Kindergärten mit geringen Liefermengen für viele Lieferanten nicht mehr lohnte, weil die Lieferkosten bei längeren Anfahrtswegen oft höher lagen als der erzielte Umsatz. Weitere Ursachen für den Schulmilchrückgang liegen in der Kürzung der EU-Beihilfesätze für Schulmilch. Aufgrund agrarpolitischer Beschlüsse wird dieser Betrag kontinuierlich abgesenkt. Ab 01.01.2008 beträgt die Beihilfe nur noch 18,15 Ct/kg (unabhängig vom Fettgehalt). Zur Verdeutlichung betrug 1994 der Beihilfebetrag noch 29,44 Ct/kg. Hinzu kommen die Herausnahme von einigen Erzeugnissen aus der bezuschussungsfähigen Erzeugnispalette sowie das Verbot, Schulmilcherzeugnisse zur Zubereitung von Mahlzeiten einzusetzen. Aufgrund der strukturellen Veränderungen in der Molkereiwirtschaft konzentriert sich die Milchverarbeitung zusehends auf weniger Standorte, was eine flächendeckende Versorgung kleiner Abnehmer erschwert. Dennoch bemühen sich die Molkereien nicht zuletzt aus Gründen frühzeitiger Kundenbindung, diesen teilweise rückständigen Bereich mit zu versorgen.

Allerdings ist als positiv anzumerken, dass die Europäische Kommission ihr Schulmilchprogramm auf Anfragen und Vorschlägen der Mitgliedsstaaten, des Europäischen Parlamentes und des Rates der Europäischen Union zum 11.06.2008 überarbeitet hat. So wurde z.B. die förderfähige Produktpalette neben verschiedenen Arten von Trinkmilch auf Erzeugnisse aus fermentierter Milch wie Joghurt, Kefir, Buttermilch sowie eine breite Auswahl an Käse jüngst wieder erweitert.



Drastischer Rückgang beim Schulmilchverbrauch

Verbrauchsentwicklung der Milch an Schulen in Deutschland
Bundesland Summe
Schulj.
2008/2009
in t
Veränderung
in % zu
2007/2008
Veränderung
in % 2008 zu 1993
Summe Kal.-Jahr
1993
in t
Berlin 2.875 -4,4 -62 7.660
Brandenburg 1.243 -4,3 -86 8.733
Baden-
Württemberg
700 -11,9 -90 6.720
Bayern 1.579 -8,5 -84 10.160
Bremen 352 -8,8 -63 955
Hamburg 722 8,7 -78 3.295
Hessen 1.620 -2,4 -74 6.348
Mecklenburg-
Vorpommern
961 -0,9 -82 5.342
Niedersachsen 3.566 -8,9 -75 13.991
Nordrhein-
Westfalen
16.073 2,0 -39 26.319
Rheinland-
Pfalz
499 11,6 -83 2.890
Schleswig-
Holstein
983 -8,4 -83 5.927
Saarland ab 01.06.2005
eigenes Programm
Sachsen 2.617 -6,4 -84 16.160
Sachsen-
Anhalt
1.371 -11,2 -82 7.515
Thüringen 1.585 -8,2 -80 7.783
Summe 36.746 -2,7 -71,8 130.223
Quelle: BMELV
© 2010 Milch & Markt | Impressum | Datenschutz | Haftungsausschluss
Benutzername Passwort


Der deutsche und europäische Milchmarkt zeigt weiterhin eine stabile Verfassung