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Fakten, Daten und Zahlen
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Milcherzeugnisse und Ihr Absatz 2009/2010
Erzeugerpreise kommen aus dem Tal

Auf den historischen Höchststand der Milcherzeugerpreise im Jahr 2008 folgte ein historischer Tiefststand im Jahr 2009. Nachdem die Preise für Milchprodukte auf historische Tiefststände gefallen waren, gerieten auch die Milcherzeugerpreise massiv unter Druck. In allen Regionen Deutschlands gaben sie früher oder später deutlich nach. Im Jahresmittel dürften sie sich zwischen 24,2 und 24,5 Cent pro Kilogramm Milch mit 3,7 % Fett und 3,4 % Eiweiß bewegt haben und damit im Vergleich zum rund 28 % gesunken sein. Dies sind die niedrigsten Milchpreise seit Mitte der 1970er Jahre. Mit der Erholung der Preise für Milchprodukte im Herbst setzte auch wieder eine Trendwende bei den Milchpreisen ein. Seit Sommer 2010 zahlen viele Molkereien ihren Milcherzeugern Milchpreise, die im historischen Mittel der letzten Jahre liegen.





Milchanlieferung erreichte neuen Rekord

Die Milchanlieferung an die deutschen Molkereien stieg 2009 auf ca. 28,5 Mio. Tonnen. Dies waren 2,5 % mehr als im Vorjahr und der höchste Stand seit 1991. In den letzten Jahren ist bei der Milchanlieferung in Deutschland ein kontinuierlicher Aufwärtstrend zu beobachten, wenn auch mit Schwankungen von Jahr zu Jahr. Die deutschen Milcherzeuger haben die Spielräume, die Milchanlieferung zu steigern, die die Quotenerhöhungen im Rahmen der EU-Agrarreform boten, meist genutzt. Von 2006 bis 2009 wurden die Quoten insgesamt um 4,5 % erhöht. Die Änderungen bei der Berechnung der Fettkorrektur, die seit dem 1. April 2009 in Kraft sind, wirken wie eine zusätzliche Quotenerhöhung. Damit wurde die kontinuierliche Verringerung der Milchkuhherde, die unter der Maßgabe der Quotenregelung aufgrund der kontinuierlichen Steigerungen der Milchleistung notwendig waren, weitgehend gestoppt. Schätzungsweise 4,2 Mio. Milchkühe wurden Ende 2009 in Deutschland gehalten, nur geringfügig weniger als ein Jahr zuvor.





Quotenwert sinkt

Die einzelbetriebliche Milchquote ist in Deutschland über Börsen veräußerlich. Die Börsentermine sind öffentlich und aufgeteilt in die alten und neuen Bundesländer. Durch die nur sehr niedrige Quotenauslastung sinkt der Quotenwert in Deutschland deutlich. Dies ist zu begrüßen, weil es damit die Stellung der aktiven Landwirte stärkt und die Kosten der Milchproduktion senkt.

Die Milchquoten waren zu Beginn des Quotenjahres 2008/09 um 2,5 % erhöht worden. Nach einer deutlichen Quotenüberschreitung im Jahr zuvor wurden die Quoten 2008/09 nicht vollständig ausgenutzt, sondern um 0,9 % unterliefert. Diese Unterlieferung entsprach recht genau der Menge, die im Mai und Juni 2008 während des damaligen Milchlieferboykotts nicht angeliefert worden war. Dennoch wurden im Quotenjahr 2008/09 rund 80.000 t mehr Milch angeliefert als im Jahr zuvor. In der ersten Hälfte des Quotenjahres 2009/10 wurde die Anlieferung der beiden Vorjahre um 3,6 bzw. 4,2 % übertroffen. Auch im Quotenjahr 2009/2010 wurde die deutsche Milchquote nicht ermolken. Bei steigenden Milchpreisen dürfen aber keine falschen Signale an die Erzeuger gegeben werden. Die Quotenregeln gelten auch im Quotenjahr 2010/11 und erst im Frühjahr 2011 kann errechnet werden, ob Superabgaben anfallen. Der kontinuierlichen Marktbeobachtung kommt daher eine sehr hohe Bedeutung zu.

Sinkender Gehalt an Milchfett

Die durchschnittlichen Gehalte an Inhaltsstoffen blieben auf dem verringerten Niveau des Vorjahres stabil. Schätzungsweise lag der durchschnittliche Fettgehalt der angelieferten Milch in Deutschland bei 4,14 %. Damit hat sich der Rückgang des Fettgehaltes, der seit Mitte der Neunziger-Jahre zu beobachten ist, stabilisiert. 1995 hatte der Fettgehalt im Schnitt noch bei 4,25 % gelegen

Mehr Konsummilch, weniger Sauermilcherzeugnisse hergestellt

Bei den Produkten des weißen Sortiments war 2009 keine einheitliche Tendenz festzustellen. Die Produktion von abgepackter Trinkmilch stieg im zweiten Jahr in Folge an, während in der Gruppe der Frischprodukte wie Joghurt, Milchmischgetränke und Desserts im zweiten Jahr in Folge ein Produktionsrückgang festzustellen war. Bis einschließlich 2007 war diese Produktkategorie von einem kontinuierlichen Wachstum gekennzeichnet gewesen. Die Produktionsveränderungen im weißen Sortiment waren teilweise auf Änderungen im Auslandsgeschäft zurückzuführen. Bei Konsummilch waren steigende Exporte zu verzeichnen, bei den Frischprodukten hingegen sinkende. Der Haushaltskonsum ging nach den Erhebungen der GfK sowohl bei Trinkmilch wie auch bei Joghurt zurück. Bei Joghurt fielen die Absatzrückgänge mit einem Minus von 4,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr in den ersten zehn Monaten von 2009 überraschend groß aus.

Schwankende Butterpreise

Von kräftigen Preisschwankungen war im Jahr 2009 der Buttermarkt gekennzeichnet. Zu Jahresbeginn sanken die Preise für Blockbutter unter die Interventionsverwertung, obwohl das Instrument der Privaten Lagerhaltung bereits seit Januar 2009 zur Stabilisierung des Marktes genutzt werden konnte. Dies Instrument wurde auch stark in Anspruch genommen, besonders in den ersten Monaten des Jahres. Insgesamt wurden bis Mitte August 2009 29.254 t Butter für den Saisonausgleich im Herbst eingelagert, 2.144 t mehr als im Vorjahr. Durch Verkäufe an die Interventionsstellen im Umfang von 10.080 t – die höchsten seit 2003 - wurde der Markt ausreichend entlastet. Ohnehin ging die Butterproduktion trotz der deutlich gestiegenen Milchanlieferungen leicht zurück. Der Verbrauch dürfte leicht gestiegen sein. Darauf deuten jedenfalls die Daten aus der GfK-Haushaltsmarktforschung hin, die einen Anstieg der Haushaltseinkäufe um 4,1 % im Vergleich zum Vorjahr ausweisen. Auch in der Industrie scheint sich die Verwendung von Butter und Milchfett wieder etwas erholt zu haben. Zur Renaissance der Butter haben vermutlich die niedrigeren Verbraucherpreise mit beigetragen, die im Frühjahr 2009 auf den niedrigsten Stand seit den 1950er Jahren gesunken waren. Im Herbst 2009 traten überraschende Angebotsengpässe am Buttermarkt auf. Die Preise für Blockbutter erholten sich kräftig und stiegen wieder deutlich über die Interventionsverwertung. Die Verbraucherpreise folgten der Entwicklung. Bis zum Jahresende 2009 stiegen die Preise im Einzelhandel um gut 20 Cent je 250-g-Päckchen.





Mehr Käse hergestellt

Die zusätzlich angelieferten Milchmengen wanderten 2009 teilweise in die Käseherstellung. Mit 2,18 Mio. Tonnen erreichte diese einen neuen Allzeitrekord. Vor allem wurden mehr Schnittkäse und Pasta-Filata- Käse hergestellt. Die Mehrproduktion fand ihren Absatz zu einem guten Teil im Ausland. Die Exporte erhöhten sich um mehr als 50.000 t auf schätzungsweise 970.000 t und verfehlten damit die Marke von 1 Million Tonnen nur knapp. Gleichzeitig gingen die Importe zurück. Der Verbrauch blieb im Vergleich zum Vorjahr weitgehend unverändert. Damit stagnierte der Käsekonsum in Deutschland im zweiten Jahr in Folge. Die Käsepreise waren 2009 von Schwächen gekennzeichnet. Bis zur Jahresmitte sanken sie auf einen historischen Tiefststand, der die Tiefstpreise, die 1999 während der Russlandkrise zu einem drastischen Einbruch der Käseexporte geführt hatten, noch deutlich unterschritt. Erst im Herbst als es mit dem saisonalen Rückgang der Milchanlieferung bei gleichzeitiger Erholung der Preise für Butter und Magermilchpulver zu einer Drosselung der Produktion kam, verringerten sich die Bestände in den Reifelagern drastisch und die Preise zogen im kurzfristigen Geschäft wieder deutlich an. Gleichzeitig gaben allerdings die Preise im Einzelhandel für aufgeschnittene Ware nach. Nachdem die Preise für Molkenpulver im Lauf von 2009 wieder deutlich gestiegen sind, leistete das Koppelprodukt Molke 2009 wieder einen höheren Beitrag zur Käsereiverwertung als im Vorjahr.








Magermilchpulver in die Intervention

Der Markt für Magermilchpulver war 2009 von einer deutlichen Ausweitung der Produktion und umfangreichen Verkäufen an die Interventionsstellen gekennzeichnet. In Deutschland wurden schätzungsweise 320.000 t Magermilchpulver hergestellt, das waren rund 30 % mehr als im Vorjahr und die höchsten Mengen seit dem Jahr 2000. Ursachen für den starken Anstieg waren die höhere Milchanlieferung und die zunehmende Verbreitung der Eiweißstandardisierung. Außerdem hat der Rückgang der Produktionen von Kasein und Vollmilchpulver Magermilchmengen für die Trocknung freigesetzt. Die höheren Magermilchpulver fanden keine Käufer am Markt, zumal sich bereits 2008 ein gewisser Bestandsaufbau – damals vollständig in privater Hand – abgespielt haben dürfte. Hinzu kommt, dass die Kälbermilchindustrie, die vor wenigen Jahren noch ein Drittel der gesamten EU-Produktion an Magermilchpulver aufgenommen hat, seit 2007 dauerhaft weniger Magermilchpulver einsetzt. So wanderten 2009 erstmals seit 2003 wieder umfangreiche Mengen in die Intervention. In Deutschland beliefen sich die Ankäufe auf 66.613 t. Das waren rund 21 % der gesamten Produktion und die höchsten Mengen nach 1991. Vor Beginn der Intervention ab Anfang März waren die Preise unter die Interventionsverwertung gesunken. Im Herbst kamen die Verkäufe an die Interventionsstellen zum Stillstand und die Preise stiegen wieder an, allerdings nicht so kräftig wie die für Butter. Im Jahresdurchschnitt lagen die Preise für Magermilchpulver in Lebensmittelqualität bei 1.780 EUR/Tonne. Das waren rund 500 EUR je Tonne weniger als noch 2008 und der tiefste Stand seit Anfang der 1980er Jahre.



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Der Jahresstart am deutschen Milchmarkt bleibt schwierig