Das Preissystem des Weltmarktes basiert weitgehend auf dem Verhältnis von Angebot und Nachfrage an den Rohstoffbörsen und kann deshalb stärkeren Schwankungen unterliegen. Das innergemeinschaftliche Preissystem ist dagegen an einem garantierten Mindestpreis - dem
Interventionspreis - orientiert, der jährlich für jedes landwirtschaftliche Produkt in der Gemeinschaft neu festgesetzt wird.
Für den Bereich Milch gibt es
Interventionspreise für Butter und Magermilchpulver. Der Interventionspreis ist für die Produzenten ein Mindestpreis, verbunden mit einer Abnahmegarantie. Wird er bei der Preisbildung auf dem Markt unterschritten, so schreitet die Marktorganisation zugunsten der Produzenten ein, indem eine Interventionsstelle das Produkt zum Interventionspreis aufkauft. Je nach Höhe des Interventionspreises gab dies früher Anreize zu einer Überproduktion. Die Interventionspreise wurden in den letzten Jahren stark zurückgenommen. Aufgrund des Mengenüberschusses und der politischen Preisreduzierung, stellen die Interventionspreise zunehmend das Benchmark für andere Verwertungen von Milch dar.
Die
Interventionsstellen organisieren innerhalb der Gemeinschaft die Abnahme ihrer Produkte zu diesem Preis. Interventionsstelle in Deutschland ist die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE).
Mit der Agararreform 2000/2003 wird die Preisgarantie der
Interventionspreise an eine Maximalmenge geknüpft. Beide Faktoren, Preise und Höchstankaufsmengen zu festen Bedingungen, werden in den nächsten Jahren zurückgeführt.
Der frühere Richtpreis für Milch als politische Leitlinie, ist im Zuge der Agrarreform seit 2004 entfallen.
Im Außenverhältnis regulieren Zölle auf die Einfuhr landwirtschaftlicher Erzeugnisse in die Gemeinschaft das Verhältnis zwischen den Preisen im Binnenmarkt und den regelmäßig niedrigeren Weltmarktpreisen. Diese Zölle sind Bestandteil der WTO-Verhandlungen und dürften in den nächsten Jahren sinken.